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Der US-Immobilienmarkt befindet sich wieder tief in der Krise

Wer als US-Amerikaner ein wenig Geld auf der hohen Kante hat und dieses investieren möchte, hat die Qual der Wahl. Entweder man baut sich für einen Apfel und ein Ei ein komplett neues Eigenheim, oder man übernimmt eins der vielen leerstehenden Häuser.

Dabei hatten viele gedacht, dass die schlimmsten Auswirkungen der vor etwa vier Jahren geplatzten Immobilienblase schon überwunden gewesen seien. Doch sie wurden eines Schlechteren belehrt. Wie ist es eigentlich dazu gekommen?

Vor ziemlich genau drei Jahren, Mitte September 2008, meldete die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Das bedeutete einen Schaden für die Immobilienwirtschaft bzw. die gesamte US-Wirtschaft in Höhe von mindestens 50 Milliarden Dollar. Die Erholung, so sie es denn gegeben hat, war nur von kurzer Dauer: seit Juni jagt eine schlechte Meldung in den USA die andere.

Zuerst trafen schlechte Stimmungswerte aus Umfragen das zarte Pflänzchen Hoffnung, das in der US-Öknonomie bis dahin gedieh, dann zog sich der Streit um die Staatsverschuldung zwischen den Demokraten und den Republikanern ewig hin, gefolgt von der Herabstufung der USA in Sachen Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poors. Das alles zog den Dow Jones massiv in den Keller, und darum verloren die Vereinigten Staaten die Probleme, die es am Immobilienmarkt natürlich noch immer gab, etwas aus dem Blick. Noch vor Jahresfrist schienen die gravierendsten Schwierigkeiten gebändigt. Zunächst zog die Konjunktur an, was die Immobilienpreise endlich wieder steigen ließ. Daraufhin investierten Bauunternehmen, Projektentwickler und Investmentfonds Gelder, sie hatten auf höhere Erlöse gehofft. Doch mit dem Konjunktureinbruch war diese Entwicklung nicht nur gelähmt, sie kam erst zum Stillstand und schlug dann sogar ins Gegenteil um, es kam zur Deflation. Inzwischen stehen Wohn- und Gewerbeimmobilien wieder vermehrt leer, die Amerikaner lassen jetzt wieder die Finger davon, hier zu investieren.

Für Hausbesitzer bedeutet das nichts Gutes. Wenn Immobilien an Wert einbüßen, sind Banken schnell damit bei der Hand, Hypothekenkredite zu kündigen – statt ihre Häuser anzubezahlen, sind die Käufer vielmehr gezwungen, sie wieder zu verkaufen. In einem solchen Fall sind die Erlöse jedoch verschwindend gering. Im Jahr 2010 kamen so mehr als eine Million Immobilien unter den Hammer: sie wurden zwangsversteigert. Oft sicherten sich Kreditinstitute die in einem solchen Fall meist spottbilligen Häuser, aus diesem Grund stehen auf dem US-Immobilienmarkt derzeit etwa 1,6 Millionen Eigenheime ohne Besitzer dar. Was einen weiteren Faktor darstellt, der die Krise der Branche verstärkt.

Weil US-Präsident Barack Obama mit einem erneuten Konjunkturprogramm bis zu 447 Milliarden Dollar in die Infrastruktur des Landes pumpen möchte, hofft die Baubranche darauf, dass so bis zu einer Million neue Jobs entstehen. Sollte diese Rechnung, die auch Obama aufgemacht hat, aufgehen, wäre das auf der einen Seite zwar ein Erfolg. Doch auf der anderen Seite würde so gerade einmal ein Drittel aller seit 2008 verloren gegangenen Arbeitsplätze neu geschaffen: Seit damals sind im Bausektor drei Millionen Jobs weggebrochen.