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Gebaut wird in den Städten

Fast jede zweite Wohneinheit, die in Deutschland neu errichtet wird, wird in einer der zehn größten Städte gebaut: in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen oder Bremen. Knapp 143.000 Neubauten waren es insgesamt im Jahr 2010, das macht über 70.000 in den genannten Großstädten.

Da gleichzeitig mehr als 27.000 Wohnungen durch Umnutzung oder Abriss verschwunden sind, hat sich Wohnungsbestand nur um etwa 116.000 Einheiten erhöht – deutlich zu wenig, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)ermittelt hat. Nach dessen Berechnungen sind momentan im Schnitt 193.000 neue Wohnungen pro Jahr nötig, um den Bedarf zu decken, wie Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverband Deutschlands (IVD) gegenüber der Onlineausgabe der „Welt“ sagte. Schick führte weiter aus, dass es sehr wahrscheinlich eine größere Zahl an Zusammenlegungen von Wohnungen gebe, die in der Studie nicht auftauche, was den tatsächlichen Bestand weiter verkleinert.

2010 wurde wenig gebaut, was bedeutet, dass der Bedarf in den kommenden Jahren weiter zunimmt. Zwar ist die Zahl der Fertigstellungen im Vergleich zu 2009 um 2.725 Wohnungen gestiegen, was ein Plus von 1,9 Prozent bedeutet, was besonders auf die Fertigstellungsrate im Segment der Mehrfamilienhäuser zurückzuführen ist (hier liegt die Quote bei drei Prozentpunkten oberhalb der Quote des Jahres 2009). Auch Einfamilienhäuser wurden verstärkt gebaut (plus 2,7 Prozent). Allerdings ist der Bau von Zweifamilienhäusern mit minus 2,8 Prozent stark rückläufig gewesen.

Der Trend geht dahin, dass hauptsächlich in den Großstädten gebaut wird, 44 Prozent aller neuen Wohneinheiten wurden in einer der zehn größten Städten gebaut, darunter Köln, Berlin, München und Hamburg. Einsamer Spitzenreiter, was den Zuwachs betrifft, ist Bremen: Die Zahl der Fertigstellungen 2010 lag über 50 Prozent über der Zahl aus dem Jahr 2009. Die absolute Zahl liegt mit 677 jedoch weit unterhalb des Durchschnitts. Über 3.640 Wohneinheiten etwa wurden in München neu errichtet, das sind allerdings neun Prozent weniger als 2009. Ebenfalls leicht hinunter ging die Quote in Hamburg: Rund 3.050 Wohnungen bedeuteten ein Minus von etwa vier Prozent.

Kräftig angezogen hat der Markt dagegen in Berlin: Der Zuwachs hier betrug 19 Prozent, in absoluten Zahlen ausgedrückt waren es 2010 3.374 neue Wohnungen. Noch größeren Zuwachs konnten – neben Bremen – nur die NRW-Metropolen Düsseldorf (950 Einheiten, plus 35 Prozent) und Dortmund (992 Einheiten, plus 28 Prozent) verzeichnen. Es sieht so aus, als würde die Entwicklung, dass hauptsächlich in den Großstädten gebaut wird, in den kommenden Jahren weiter anhalten.