Immobilienmakler.net

Die Preise auf Sylt trotzen allen Krisen

Euro-Krise? Krise in der Wirtschaft? Finanzkrise? Ja, mag sein. Doch für die Nordseeinsel Sylt scheinen andere Gesetze zu gelten als anderswo.

Denn während die Immobilienpreise und die Werte von Grundstücken im Rest der Republik zumindest vorübergehend in den Keller gegangen waren, haben sie auf Sylt das gemacht, was man dort von ihnen seit jeher kennt: sie sind gestiegen. Und das nicht zu knapp. Weil Sylt die beliebteste deutsche Urlaubsinsel ist, war das Eiland schon immer teuer und begehrt.

Doch allein in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Preise für Immobilien auf Sylt verdoppelt. Das liegt auch daran, dass inzwischen immer mehr solvente Anleger aus dem Ausland ein Auge auf die besten Grundstücke und Häuser zwischen Hörnum und List geworfen haben. Das alles hat dazu geführt, dass der Gesamtumsatz beim Verkauf von Häusern und Grundstücken auf Sylt im Jahr 2010 bei fast schon wahnsinnigen 750 Millionen Euro lag. Und das bei einer Insel mit knapp 21.000 Einwohnern. Pro Kopf gerechnet sind das 36.000 Euro, eine Summe, mit der man als Alleinmieter in einer halbwegs schönen Wohnung in München oder Hamburg drei Jahre über die Runden kommt.

Wer auf Sylt Immobilienmakler ist, hat erstens gut zu tun und das, zweitens, eben auch im hochpreisigen Segment, obwohl es auf den nur 99 Quadratkilometern, die die Insel zählt, mehr als 70 registrierte Makler gibt. Die Preise klettern permanent weiter – wobei klettern kaum der richtige Ausdruck sein dürfte. Eher müsste man sagen: sie schießen erst einmal in die Höhe, und steigen dann weiter und weiter und weiter und all das in einem chronologisch nicht allzu großen Zusammenhang. Im Schnitt soll eine Haushälfte auf Sylt zwei Millionen Euro kosten. Wie Lars Axmann von der König Immobilien Sylt gegenüber der Deutschen Welle sagte, seien Preise in Höhe von „acht, neun oder zehn Millionen Euro“ durchaus im üblichen Rahmen. Wer ein freistehendes Haus kaufen möchte, natürlich mit einem Reetdach und ungetrübten Blick aufs Meer, kann sich darauf einstellen, 15 Millionen Euro oder mehr hinblättern zu müssen. In Kampen, dem Ort der prominenten Insulaner, werden Preise von 30.000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen – und teilweise sogar noch darüber.

Interessenten schreckt das nicht ab, im Gegenteil. Im Vergleich zu der überbordenden Nachfrage sei das Angebot sehr begrenzt, wie Axmann betont. Zuschlagen würden in diesem Preissegment in erster Linie Kapitalanleger – was zur Folge hat, dass die Häuser die allermeiste Zeit im Jahr leer stehen, weil sie erstens so gut wie gar nicht selbst genutzt und zweitens auch nicht vermietet werden. Denn so etwas trägt nicht zur schnellen Preissteigerung bei.

Was in Städten wie Berlin heute Gentrifizierung genannt wird, ist auf Sylt schon längst Wirklichkeit geworden. Die Einwohnerzahl geht kontinuierlich nach unten, Einheimische können sich das Leben auf ihrer Insel kaum noch leisten. Selbst wer hier ein Haus besitzt, etwa weil es vererbt wurde, bringt die Kosten für den Unterhalt kaum noch auf, was dazu führt, dass viele Sylter ihre Immobilie über kurz oder lang verkaufen. Das befeuert die steigenden Preise natürlich nur noch weiter. Oft läuft es so, dass die Insulaner ihr Haus für einen hohen Preis verkaufen und aufs Festland ziehen, wo die Preise unvergleichlich günstiger sind. Für die Dörfer auf Sylt ist diese Emigration fatal. In List etwa, im Nordosten der Insel, gehen der freiwilligen Feuerwehr die Nachwuchskräfte aus, wie die Deutsche Welle berichtete.

Weil auf Sylt aber nicht allein Immobilien im hochpreisigen Sektor weggehen wie geschnitten Brot, sind die Käufer eines Objekts immer auf der sicheren Seite. Denn die Wertsteigerung ist quasi garantiert. Was den Immobilienmarkt betrifft, so kennt die Sylter Konjunktur nur eine Richtung – es geht nach oben. Und seit der Westerlander Flugplatz ausgebaut wurde, kommen auch vermehrt ausländische Investoren auf die Insel, um dort ihr Kapital anzulegen.