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Die Preise ziehen an

War im vorigen Beitrag noch vom Preisverfall bei Immobilien in Einflugschneisen bei Flughäfen die Rede, so beschäftigen wir uns hier mit der generellen Entwicklung der Preise. Um ein halbwegs aussagekräftiges Bild zu erhalten, muss die Preisentwicklung bei Bauland und Häusern von der Entwicklung für Eigentumswohnungen allerdings abgekoppelt betrachtet werden.

Beiden Segmenten ist allerdings eines gemein: Seit etwa zehn Jahren waren die Kurse relativ ruhig, während die Märkte in anderen Ländern nicht zur Ruhe kamen und regelrecht überhitzten.

Und von Turbulenzen kann auch jetzt beileibe keine Rede sein. Wie die Landesbausparkassen in einer Studie eruiert haben, steigen die Preise im Segment der Eigentumswohnungen nur moderat. Interessant ist, dass dabei die Schere zwischen Ballungsräumen und touristischen Zentren auf der einen sowie Städten im Norden und Osten noch weiter aufzugehen scheint. In Städten wie Apolda, Brandenburg und Flensburg sind neue Eigentumswohnungen für unter 1.000 Euro pro Quadratmeter zu bekommen. Dagegen sieht es in Bayern anders aus: Hier führt München die Liste an (4.050 Euro/qm), gefolgt von Garmisch (3.900) und Starnberg (3.600). Laut LBS-Studie soll sich auch der Markt der gebrauchten Wohnungen langsam beleben, allerdings sei das Angebot hier noch zu groß, sodass die Preise erst einmal wenig ansteigen dürften.

Die nach wie vor beliebtesten Kaufimmobilien sind freistehende, gebrauchte Einfamilienhäuser in Metropolen oder Metropolregionen. So verwundert es auch nicht, dass diese Objekte auch vom Preis her im Ranking ganz oben liegen. Spitzenreiter im Jahr 2011 ist bis jetzt Wiesbaden, wo diese Häuser für im Durchschnitt 750.000 Euro den Besitzer wechseln. Dahinter rangieren München (710.000), Heidelberg (550.000), Ingolstadt (525.000) und Stuttgart mit 510.000 Euro. Der Preisanstieg sei gegenüber 2010 spürbar, so die Studie. Interessant ist auf jeden Fall, dass derlei Objekte in Hofheim bei Frankfurt/Main mit im Schnitt 600.000 Euro teurer sind als in Frankfurt selbst. Die beliebte Touristenregion Südbayern sticht mit Spitzenwerten für Starnberg (675.000) und Garmisch-Partenkirchen (625.000 Euro) ebenfalls deutlich ins Auge.

Nicht wirklich eine Überraschung ist der Markt in Ostdeutschland. In Dresden gibt es freistehende, gebrauchte Einfamilienhäuser im Schnitt für 220.000 Euro, noch niedriger ist sogar der Leipziger Durchschnitt mit 160.000 Euro. Mittelgroße Städte im Osten liegen mit einem Schnitt von nur fünfstelligen Summen sogar noch einmal deutlich darunter, etwa Eisleben (50 000), Bitterfeld-Wolfen (60 000) oder Weißenfels (65 000). Doch auch in westdeutschen Großstädten sind die Preise vergleichsweise niedrig, etwa in Bremen (220.000 Euro), Hannover (200.000) oder Gelsenkirchen (130.000 Euro). Die Landesbausparkassen sehen indes bei neu gebauten Reihenhäusern den Preistrend nach oben gehen. Ostdeutschland allerdings bleibt davon ausgenommen. Doch auch für den Westen gilt, dass, wer über einen Kauf einer solchen Immobilie nachdenkt, gut beraten ist, zügig zu handeln, zu schnell könnten die Preise laut den Landesbausparkassen anziehen.

Das haben sie, was Bauland betrifft, ebenfalls noch nicht getan. Doch: Was nicht ist, kann noch werden, besonders in süddeutschen Großstädten, wo – wie beim Spitzenreiter Stuttgart – der Platz schließlich äußerst knapp bemessen ist. 800 Euro kostet dort der Quadratmeter Bauland; mehr als in München (780) und deutlich mehr als in Heidelberg (650 Euro). In den so genannten Mittelstädten dagegen kostet der Quadratmeter noch unter 50 Euro. Insgesamt kommt die LBS-Studie zu dem Ergebnis, dass das Kaufinteresse, das lang stagniert hatte, derzeit wieder zunimmt.