Immobilienverkauf: Eigentümer sollten einen Makler einschaltenFür Immobilienbesitzer, die ihr Objekt verkaufen möchten ist die Verlockung groß: Einfach eine Anzeige in die Zeitung gesetzt, womöglich noch als Chiffre, und Haus oder Wohnung an den meist bietenden Interessenten verschachern – fertig. Christian Wittke, Prokurist bei Berenberg Private Capital, sagte gegenüber der „Financial Times Deutschland“ (FTD), dass dies ein Fehler sei, denn: „Die wenigsten Eigentümer sind erfahren genug, um mit Investoren erfolgreich verhandeln zu können“. Außerdem drohten noch andere Probleme, denn mit derlei Anzeigen würden Profis sofort sehen, dass sie es mit „einem unbedarften Anbieter zu tun haben“ – was dazu führen könne, dass zweifelhafte Interessenten auf den Plan treten, die die Möglichkeit wittern, den Preis des Objekts weit in den Keller zu treiben.Wittke rät dringend dazu, einen – möglichst erfahrenen – Immobilienmakler einzuschalten. In einer zu vereinbarenden Zeitspanne von entweder sechs oder zwölf Monaten ist der Makler dann in der Pflicht, das Objekt zu vermitteln, indem er selbst dafür sorgt, dass dieses vermarktet wird, was meist auch über Anzeigen geschieht. Man sollte es allerdings tatsächlich bei einem Makler belassen, so der Experte, andernfalls müsse man befürchten, dass, wenn mehrere Vermittler beauftragt werden, sich keiner richtig kümmere, weil „jeder fürchten muss, dass am Ende ein Konkurrent das Geschäft macht“. Eine nachvollziehbare Begründung. Zwar wird jeder Makler das Objekt mehreren Interessenten anbieten, doch schließlich liege die Vermittlung in nur einer Hand, so Jürgen Michael Schick, der Vizepräsident der Maklervereinigung Immobilienverband Deutschland (IVD), gegenüber der FTD. Außerdem weist Schick darauf hin, dass verkaufswillige Eigentümer darauf achten sollten, einen Makler auszuwählen, der sich auf Zinshäuser oder Eigentumswohnungen spezialisiert hat; diese besäßen die nötigen Kontakte, um an Interessenten heranzutreten. Zudem können spezialisierte Makler Exposés erstellen, in denen möglichen Käufern die Potenziale des Objekts hinsichtlich einer zu erwartenden Mietsteigerung gleich deutlich aufgezeigt werden. So können meist höhere Verkaufspreise erzielt werden. Und selbst Investoren nähmen inzwischen „bevorzugt Wohnimmobilien in den Fokus, die von einem Makler im Alleinauftrag angeboten werden“, so Schick. So herrsche nämlich Gewissheit, dass das Objekt auch tatsächlich verfügbar ist und nicht während des Bieterverfahrens durch einen weiteren Vermittler plötzlich veräußert wird. Die Botschaft all dieser Aussagen von Wittke und Schick ist einfach: Wer verkaufen will, sollte in jedem Fall einen Immobilienmakler einschalten. Alles andere ist ziemlich blauäugig. |

